Google baut KI Systeme, die sich selber anzweifeln

Die momentan stärkste Methode in Künstlicher Intelligenz, Deep Learning, erhält eine neue Vorgehensweise: Die Kunst der Unsicherheit.

Forscher bei Uber und Google arbeiten momentan an Änderungen an den beiden populärsten Deep-Learning-Frameworks um ihnen Wahrscheinlichkeit beizubringen. Die KI Systeme werden so in der Lage sein, ihre Überzeugung in einer Vorhersage oder in einer Entscheidung mit einer Prozentzahl anzugeben. So können sie quasi wissen, wann sie sich selber anzweifeln sollen.

Deep Learning war in den vergangenen Jahren ein enormer Erfolg. Dabei füttert man eine riesige Menge von Daten in ein starkes neuronales Netz und erlaubt so dem Computer, Objekte in Bildern zu erkennen oder etwa Sprache perfekt in Text umzusetzen. Dabei braucht es aber Unmengen von Trainingsdaten und viel Computerleistung.

Ein Algorithmus, der seine Sicherheit oder Unsicherheit nennen kann, könnte zum Beispiel bei selbstfahrenden Autos oder anderen autonomen Maschinen nützlich sein. Auto fahren ist natürlich sehr kritisch und wenn ein selbstfahrendes Auto seine Unsicherheit nicht kennt, kann dies in einer Katastrophe enden.

Unsicherheit könnte KI Systemen helfen, schlussendlich bessere Entscheidungen zu treffen, da Unsicherheit auch ein wichtiges Merkmal menschlicher Handlungen und Intelligenz darstellt. Der grosse Vorteil könnte dabei sein, dass ein Algorithmus im Gegensatz zu heute nicht mehr Unmengen von Daten sondern nur eine Handvoll benötigt, um eine Entscheidung zu treffen (mit einer gewissen Unsicherheit).

Uber möchte ein stabiles Framework für Deep Learning haben, welches die Unsicherheit einfacher darstellen kann. Gleichzeitig arbeitet Uber an einer neuen Programmiersprache namens Pyro, welche Deep Learning mit wahrscheinlichkeitstheoretischer Programmierung vereint. Pyro kann auch dazu verwendet werden, ein System mit vorprogrammiertem Wissen zu bauen. Gemäss Uber können Entwickler Pyro für alle möglichen Szenarien einsetzen.

Eine weitere Programmiersprache, welche mit Unsicherheit arbeitet, ist Edward. Pyro und Edward sind noch in einem frühen Entwicklungsstadium, dennoch sind Uber und Google bereits sehr an ihnen interessiert.

Uber benutzt Machine Learning in verschiedenen Bereichen. Natürlich in ihren selbstfahrenden Autos, aber etwa auch, um die Fahrpreise für eine Route zu bestimmen. Die Firma hat schon heftig in KI investiert und etliche Experten angestellt. Google hat ebenfalls ihr gesamtes Business um KI und ihre momentan erfolgreiche Open-Source-Programmbibliothek Tensorflow aufgebaut.

Neuronale Netze waren dabei in den letzen Jahren so dominant, dass sie alle anderen Bereiche hinter sich gelassen haben. Was auch interessant ist, ist dass Pyro und Edward quasi zwei Felder vereinen, die eigentlich im Konkurrenzkampf zueinander stehen: Die Schule der Wahrscheinlichkeit und diejenige der neuronalen Netze. Die zwei Parteien müssen jetzt nur noch bereit sein, sich auf diese Verbindung einzulassen. (Quelle)

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