Tag 12: Mein Drang nach Videospielen ist sofort verschwunden

Marcel macht einen Videospiele-Detox und hört auf, seine geliebten Videospiele zu spielen. Kann das gut gehen? Hier geht es zum vorherigen Eintrag und hier zum nächsten Eintrag.

Und ewig grüsst das Murmeltier

Guten Morgen geliebte Internetwelt, in der ich mich seit etwa meinem 9-ten Lebensjahr bewege (jetzt bin ich 36). Guten Morgen geliebte anonyme Internetpersonen, die Ihr mir so vertraut und doch so unbekannt seid und doch immer bereit, jedes erdenkliche Thema mit mir zu diskutieren.

Es ist wieder einmal vier Uhr Morgens und ich kann wieder nicht schlafen. Immerhin ist Sonntag und ich muss mir keine Sorgen machen wegen der Arbeit. Es ist mir allerdings schone in Rätsel, warum mein Körper in letzter Zeit so „un-müde“ ist. Abends um 23 Uhr bin ich schon richtig müde, gehe brav ins Bett, nur um dann um 4 Uhr wieder wach zu sein. Warum? :/

Ich will Videospiele spielen… nicht?

In meinem „Ich höre auf zu zocken“ Experiment bin ich ja mein eigenes Beobachtungsobjekt. Und ich habe in der Vergangenheit schon einige Male einen „Videospiele-Detox“ gemacht (das hiess damals noch Entzug, aber wir sind im Jahr 2021 🐱 ) – Einfach nie über längere Zeit. Von diesen kurzen Wochen ohne Videospiele mal abgesehen habe ich in meiner Freizeit wirklich permanent gezockt.

Interessanterweise hatte ich mein Leben dabei immer im Griff. Ich habe geheiratet, mit meiner Frau zwei Kinder bekommen, ein Informatikstudium durchgezogen – Aber all das immer mit dem „Beirauschen“ der Videospiele.

Und etwas, was mir bei diesem Detox nun besonders auffällt, ist, dass ich anders als sonst nicht mehr diesen stetigen Drang habe zu zocken.

Ich meine, ich war in meinem Leben schon einige Male richtig süchtig nach Videospielen. Nicht so süchtig wie all die Süchtigen, die vor lauter Sucht vergessen auf die Toilette zu gehen. Ne ne sowas kannst Du bei mir vergessen, Toilette ist schon ein nicht zu unterschätzendes Bedürfnis meinerseits.

Aber ich hatte immer diesen innerlichen Drang, oder warte, noch besser: diese Leidenschaft für Videospiele.

Und wenn ich dann wieder mal einen „Furz“ hatte und aufhören wollte zu spielen (meine Frau rollte jeweils nur mit den Augen, „ja ja das kenne ich schon, das machst Du immer wieder mal“) ging es keine 2 Wochen und ich MUSSTE einfach wieder spielen. Es zerriss mich innerlich, nicht zu spielen. Darum ging es dann jeweils auch nicht lange, und ich war wieder im Sog der Videospiele.

PS: Meine Frau ist wirklich sehr lieb und unterstützt mich jeweils gut bei meinen „Furz-Ideen“. Nicht dass jetzt jemand denkt statt dem Augenrollen könnte meine Frau ja auch auf die Idee kommen mich zu unterstützen oder so.

Wo ist der Drang? Wo ist die Sucht?

Ich gebe es zu: Es gab Momente in meinem Leben, da habe ich die Videospielsucht richtig genossen. Ich konnte es innerlich kaum abwarten den ganzen Abend wieder zum Beispiel Dota 2 zu spielen. Und wenn ich ins Bett ging klang in meinem Kopf noch lange ein Kopfkino von dem Erlebten nach – Und es war wie ein richtiger Rausch!

Ohne Witz: Wenn ich Videospiele gezockt habe und im Bett lag habe ich bewusst an die Szenen im Spiel gedacht und ich fühlte mich unglaublich gut. Richtig wie auf Drogen.

Aber ja, was ich eigentlich seit Anfang dieses Blogeintrags schreiben wollte: Jetzt fühle ich diesen Drang nicht. Seit 12 Tagen spiele ich keine Videospiele mehr und ich fühle mich zwar beschissen, aber es sagt mir innerlich nicht ständig „Loooos geh einfach wieder Zocken! Du weisst, dass Du es willst! Stell den Computer an und los gehts!“

Es ist, als ob mir mein Gehirn sagt: „Hey Junge, alles in Ordnung. Du hast Dich ja selber für das Projekt entschieden, und Du hast in Deinem Leben echt schon genug Videospiele gezockt. Also mach Dir nicht ins Hemd, nur weil Du jetzt ausnahmsweise für 12 Tage nicht gezockt hast. Die Videospiele laufen Dir nicht davon, also „chill släbä“.

Werde ich langsam alt? 😳

Ich will wieder Gefühle

Zum Abschluss kann ich vielleicht noch kurz schreiben, was ich mir von diesem ganzen Projekt erhoffe. Ich werde später sicherlich noch genauer auf dieses Thema eingehen und… ah verdammt, warum tut mein Bauch jetzt weh? Habe ich Hunger? Ich kann doch nicht Morgens um 04:38 Uhr schon wieder etwas essen?

Also, der Grund, warum ich dieses ganze Projekt durchziehe, ist folgender:

Ich möchte das Leben wieder fühlen!

Nein, ich meine nicht, dass es mir nicht weh tut, wenn ich mir mit einem scharfen Messer in den Finger schneide. Oder wenn ich Liebe mache mit meiner Frau (Anmerkung: Vulgärer Originalausdruck auf Wunsch meiner Frau geändert)

Ich meine, dass ich in mir eine grosse Sehnsucht habe nach früher, als ich noch ein Kind war. Vielleicht ist es auch nur ein Hirngespinst, aber damals habe ich das Leben richtig… „gefühlt“ oder „gespürt“. Eine Art Melancholie, die ich heutzutage nur noch innerlich kurz spüre, wenn ich zum Beispiel ein Bild wie das Herbstbild oben von diesem Beitrag sehe.

Ach Scheisse, das ist so schwer zu erklären. Jeder, der das liest, muss mich für einen Idioten halten.

Aber als junger Marcel habe ich das Leben gespürt und ich habe es anders wahrgenommen als heute.

Meine Theorie ist, dass mein Hirn abgestumpft ist, zum Einen durch meine Arbeit, bei der ich 8 Stunden pro Tag programmiere, und zum Anderen die Videospiele oder auch der Youtube-Konsum, bei dem ich den Rest des Tages vor dem Bildschirm verbringe.

Ja okay, keine Ahnung, jetzt weiss ich nicht mehr, was ich schreiben soll, geschweige denn eine gute Pointe für diesen Eintrag, also mache ich wohl Schluss.

Falls Du das hier liest und meine Gefühlsduselei verstehst (oder mich für einen Idioten hältst), dann schreib mir das doch bitte in die Kommentare.

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