Wie man den totalen inneren Frieden mit Videospielen findet

Jeder noch so halbherzige Esoteriker sucht ihn: Den inneren Frieden. Das Ziel jeder Meditation. Der Höhepunkt unseres Daseins auf dieser Erde.

Ich habe ihn gefunden.

Es war eine lange Reise

Nun, bevor ich das Geheimnis verrate, erzähle ich eine kleine Geschichte.

Ich persönlich bin schon lange auf der Suche nach dem inneren Frieden in Videospielen. Dazu muss gesagt sein, dass ich sehr oft und sehr viel spiele – natürlich nur, wenn es meine zwei Kinder erlauben (Prioritäten!). Ich habe über 700 Spiele in meiner Steam Bibliothek (die meisten davon mindestens einmal gestartet!) und hatte schon Berge von XBOX oder PS3/PS4 oder NintendoDS oder Gameboy oder Wii Spiele.

Ich lebe Videospiele!

Wenn jemand anderes sagt „Ich brauche unbedingt mal wieder Ferien, zum Beispiel in Mallorca“ sage ich „Ich brauche Zeit mit meinen Freunden äähmm Videospielen.“ Wenn ich spiele, bin ich in den Ferien.

Im echten leben will ständig jemand was von mir. Mein Projektleiter will, dass ich ihm diesen Microservice programmiere. Meine Frau will, dass ich Staub sauge. Meine zwei Kinder wollen, dass ich mit ihnen Pippi Langstrumpf schaue (und ignoriere, wie Pippi in einer Folge von einer Brücke auf einen fahrenden Zug springt – gutes Vorbild!). Und der Staat will, dass ich ihm Steuern bezahle!

Auf jeden Fall will ständig jemand was von mir. Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass auch mein Körper was von mir will? Mein eigener Körper! Nein echt, nach 9 Stunden im Büro will er allen ernstes noch, dass ich mich bewege! Frechheit! (Oder wie die ausländische Strassenmagazin-Verkäuferin immer zu sagen pflegte: Schlimmerei!!!)

Nur in Videospielen bin ich Herr meiner selbst. Ich entscheide, was ich spielen will, wie lang, warum und sowieso.

Ich war noch nie kompetitiv unterwegs, sondern immer eher breit gefächert – darum auch die über 700 Steam-Games (Steam Sales seit 2007 sei Dank). Ich spiele eher viele verschiedene Spiele als ein Spiel sehr lange. Ich bin überzeugt, dass sagt auch etwas über meinen Charakter aus, ich weiss aber noch nicht genau, was. Ausserdem bin ich immer noch auf der Suche nach dem Job, in dem genau diese Fähigkeit von Nutzen sein wird. Momentan als Programmierer arbeitet man ja eher tief (sogenannt I-shaped) statt breit (T-shaped).

Das geht auch über alle Genres. Momentan bin ich zum Beispiel voll Fan von Kartenspielen (Hearthstone, Magic The Gathering Arena, Gwent, Artifact) und Strategiespielen, bei denen viele Monster gegeneinander clashen (Spellforce 2, Total War Warhammer).

Und ja, ich bin jetzt 34 Jahre alt und war auch schon 2-3 mal richtig spielsüchtig in meinem Leben, habe ich es aber mittlerweile voll im Griff. Und nein, das heisst nicht, dass ich damit aufhören will, sondern, dass ich nicht mehr exzessiv in meinem Kopf an Videospiele denke (jetzt mal meine Erfahrungen mit Spielsucht zusammengefasst in einem Satz).

Ich habe jahrelang das eine Spiel gesucht, das mich für immer unterhalten wird.

Klingt beinahe wie die Szene aus Herr der Ringe: Das eine Spiel, ihn zu knechten, sie alle zu finden, Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

Aber ja, genauso stellte ich mir das vor.

Einfach mal relaxen

Immer wieder komme ich an den Punkt beim Spielen, an dem ich Mal nichts Grosses erreichen will. An dem ich einfach nur relaxen kann. Keine Quests, keine Rätsel, keinen Wettbewerb.

Einfach friedlich bauen“ habe ich jeweils gesagt. Es war aber mehr ein Gefühl statt wirklich zu wissen, was ich will.

Ich habe mich dabei auf alles mögliche eingelassen. Eine Zeit lang dachte ich, ich können meinen Frieden in Farm-Spielen finden, da das Pflanzen und wachsen lassen etwas unglaublich Meditatives hat. Der Landwirtschaftssimulator war dann aber doch zu technisch, als dass ich es tatsächlich geniessen konnte.

Ich war immer total eifersüchtig auf meine Frau. Die hat 600+ Stunden ihr Zwergengame Craft the World gespielt und hatte immer noch Freude! Kannst du das glauben? Immer das gleiche Spiel! Total glücklich! Bäh, widerwärtig! Warum hab ich das nicht?

Ich habe schon viele Spiele ausprobiert, aber einfach nie genau gewusst, was denn das perfekte Spiel für mich sein soll. Das Spiel, das mir den totalen inneren Frieden geben wird.

Bis heute! (Bzw. Ende letztens Jahres)

Mit Banished zum inneren Frieden

Also gut, hier die Anleitung für inneren Frieden in Videospielen:

  1. Spiele das Aufbauspiel Banished – zu kaufen bei Steam (auf Wunsch mit Deutsch-Mod im Steam Workshop)
  2. Stelle die Musik des Spiels aus und lass im Hintergrund auf Youtube etwa folgendes laufen: „The Hobbit (Calm Ambient Mix by Syneptic) | Episode IIhttps://www.youtube.com/watch?v=JV_PfGcPewY

Und dann, fang einfach an zu spielen. Keine Angst, das Spiel ist nicht so kompliziert. Du baust zuerst mal ein Haus, dann vielleicht einen Obstgarten, dann vielleicht…

Unglaublich, aber Banished gibt mir dieses einfach mal ein bisschen bauen und spielen Gefühl. Es ist total meditativ, zu sehen, wie die Bewohner langsam aber stetig ein kleines Dörfchen zusammenschustern!

Unbedingt ausprobieren!

Ich will jetzt auch nicht sagen, dass dies „das eine perfekte Spiel für mich ist, das mich für immer befriedigen wird“. Es ist aber ein Oase der Ruhe, in die ich jederzeit gerne eintauche, um abzuschalten und quasi „in den Ferien bin“.

PS: Wenn einem das Spiel mal langweilig werden würde: Im Steam Workshop den Mega Mod runterladen, der das Spiel um etliche Dinge erweitert!

Es ist mir ernst

Ich hoffe ernsthaft, dass ein Leser dieser Zeilen durch das Darlegen meiner Geschichte merkt, dass dies kein doofer Witz-Blog-Eintrag ist, sondern dass ich für das hier dargelegte Ergebnis jahrelang gesucht habe.

Jahrelang habe ich Steam durchforscht. Jahrelang habe ich Youtube Video über Spiele geschaut. Jahrelang habe ich überlegt, studiert und sinniert, was mir das Gefühl dieses Friedens geben kann. Und das hier ist das Resultat.

Und auch bei mir ist es so, wie man es schon oft lesen konnte: Falls ich nur einer Person zu ihrem Frieden helfen konnte, hat sich die Reise gelohnt.

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